Feierliche Verleihung des Bayerischen Bibliothekspreis 2024

Einladung zum Hören, Sehen und Lesen

Am 11.12.2024 wurden die Stadtbücherei Würzburg und die Stadtbücherei Marktoberdorf im Würzburger Mozart-Areal ausgezeichnet.

Inspiration, Fantasie, Innovation, Begegnung, Integration: Moderne öffentliche Bibliotheken sind schon lange nicht mehr nur Bücherregale, in denen schweigend gelesen werden darf. Sie sind "Orte des Lernens und sichern Chancengleichheit, Orte der Begegnung und soziale Netzwerke, Orte der Demokratie, denn Bildung schützt vor Fake News. Sie atmen Geschichten und machen die Zukunft erlebbar und öffnen sich immer weiter in die Gesellschaft als integrativer, sozialer Raum", mit dieser Zusammenfassung leitete Dr. Rolf-Dieter Jungk, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, sein Grußwort bei der Verleihung des Bayerischen Bibliothekspreises 2024 ein. „Die beste Definition von Heimat, das ist eine Bibliothek“, zitierte Jungk den Schriftsteller Elias Canetti und betonte damit den bedeutenden Beitrag einer Stadtbücherei im öffentlichen Leben.

Der Bayerische Bibliothekspreis sei Ansporn und zeichne nationale, gar internationale Vorbilder aus. Dass Würzburg seinen Bibliotheksentwicklungsplan hervorragend umgesetzt, mit der Stadtteilbücherei am Hubland neue Maßstäbe gesetzt habe bei der Umgestaltung zu einem öffentlichen Wohnzimmer und digitale Mitgestaltung für alle ermögliche, verdiene den Hauptpreis.

Dieser Meinung war auch die achtköpfige Jury, in der u.a. der Bayerische Bibliotheksverband, die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen sowie weitere Bibliotheken vertreten sind. Die Jury schickte Sabine Guhl und Ute Palmer zur Verleihung. "Uns hat in Würzburg die kontinuierliche Weiterentwicklung beeindruckt seit Verleihung des Deutschen Bibliothekspreises 2003, allein dies ist eine große Leistung. Die Stadtteilbibliothek am Hubland muss man gesehen haben. Wie hier Identifikation geschaffen wurde, lässt uns gespannt auf Versbach blicken, wo ebenfalls ein Dritter Ort entstehen soll.“ Dass Würzburg auch mit der künftigen Stadtteilbücherei Versbach erneut einen Schritt voraus sei und dort der soziale Bereich immer mehr an Bedeutung gewinne, sei ein Vorbild für alle anderen, fügte Sabine Guhl im Gespräch "HÖRT, HÖRT - wir zeichnen heute aus" mit Moderator Andreas Mittrowann hinzu. Während die Stadtbücherei Marktoberdorf den Sonderpreis dafür erhalten habe, die alte Bibliothek neu konzipiert und in ein öffentliches Wohnzimmer verwandelt zu haben, wurde Würzburg mit dem Hauptpreis für den „Paradigmenwechsel von Bibliotheken zu integrativen Orten des sozialen Miteinanders“ ausgezeichnet. „Wir hoffen, dass diese Strahlkraft, die von Würzburg ausgeht, auch andere Stadtbüchereien ansteckt“, so Palmer weiter.

In Marktoberdorf wurde die über dreißig Jahre alte Bibliothek im Zuge der Gebäudesanierung des Rathauses komplett umgestaltet. Man habe behutsam Altes und Neues miteinander verbunden und so einen einladenden Raum für alle Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Besonders das Lesecafé, aber auch die übrigen neu gestalteten Bereiche wie etwa der Makerspace machbarMOD tragen dazu bei, dass die Stadtbücherei innerhalb kurzer Zeit zu einem Treffpunkt und Begegnungsort - einem Wohnzimmer der Stadt - geworden sei.

„SEHT, SEHT – wir werden ausgezeichnet“ – so hatten die prämierten Bibliotheken zudem Gelegenheit, sich in kurzen Filmen und Statements selbst vorzustellen und ihre Einrichtungen jeweils aus ihrer Perspektive zu präsentieren.

Würzburgs Bürgermeisterin Judith Roth-Jörg freute sich gemeinsam mit Martha Maucher, der Leiterin der Stadtbücherei, und dem 45-köpfigen Team der Bibliothek über die Auszeichnung: „Liebes Büchereiteam, Sie sammeln also nicht nur Bücher, sondern auch Preise.“ Auch an Marktoberdorf adressiert, fügte sie hinzu: „Sie zeigen, was möglich ist, wenn Engagement, Kreativität, Visionen und der Mut eines Teams zusammenkommen.“ 

Moderator Andreas Mittrowann von der Agentur "nachvorndenken / Die Strategieberatung" führte durch die Veranstaltung. Und wo Bibliotheken gefeiert werden, darf Literatur nicht fehlen. "AUSErlesen" - Johannes Jung vom Autorenkreis Würzburg e. V., las aus zwei Erzählungen vor und brachte damit die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Schmunzeln. Musikalisch umrahmte das Hilaris Quintett der Hochschule für Musik den Festakt. Besonders passend, Donald Draganski, der Komponist des letzten Stückes war bis zu seiner Pensionierung als professioneller Bibliothekar tätig. Die sogenannte Gleisübergabe durch die Initiative INklusiv! Gemeinsam arbeiten rundete die feierliche Preisverleihung ab. Hiermit wurde die Integration eines behinderten Kollegen ins Würzburger Bücherei-Team gewürdigt, der inklusiv mitarbeitet. Der Festakt ging nahtlos in lebendiges Get-together im Foyer des Mozart-Areals über.

Aus der Pressemitteilung der Stadt Würzburg vom 12.12.2024

Hauptpreis

Stadtbücherei Würzburg

Die Stadtbücherei Würzburg sei laut Fachjury ein nationales und internationales Vorbild, da es den Paradigmenwechsel von Bibliotheken, die sich zu integrativen Orten des sozialen Miteinanders entwickelten, widerspiegele. Die Bibliothek habe einen Bibliotheksentwicklungsplan erarbeitet, der mit konkreten Handlungsfeldern in die Praxis umgesetzt werde. Im Rahmen von Mitarbeiterworkshops werde das Team der Stadtbücherei auf hervorragende Art und Weise auf das sich verändernde Verständnis von Bibliotheken und die neuen Aufgaben mitgenommen und gestärkt. Mit dem 2022 neu gestalteten Raum Level3 im Falkenhaus könne zudem die Digitalisierung erlebt und aktiv mitgestaltet werden. Der Hauptpreis ist mit 10.000 € dotiert. Der Betrag soll dazu beitragen, das Lesecafé neuzugestalten.

Sonderpreis

Stadtbücherei Marktoberdorf 

Die Stadtbücherei Marktoberdorf überzeugte die Jury mit einer gelungenen Neukonzeption. Die über dreißig Jahre alte Bibliothek konnte im Zuge der Gebäudesanierung des Rathauses komplett umgestaltet werden. Man habe behutsam Altes und Neues miteinander verbunden und so einen einladenden Raum für alle Bürgerinnen und Bürger geschaffen. Besonders das Lesecafé, aber auch die übrigen neu gestalteten Bereiche wie etwa der Makerspace machbarMOD trügen dazu bei, dass die Stadtbücherei innerhalb kurzer Zeit zu einem wirklichen Treffpunkt und Begegnungsort geworden sei. Das Team der Bücherei freut sich über das Preisgeld von 5.000 €, das für den Makerspace und weitere Veranstaltungsarbeit eingesetzt werden soll.